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Bienengedicht
(Johann Wolfgang von Goethe)
Ein Blumenglöcklein vom Boden hervor war fröhlich gesprossen im lieblichen Flor. Da kam ein Bienlein und naschte fein - - o die müssen wohl beide füreinander sein.
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Bienchen summ herum
(Hoffmann von Fallersleben)
Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!
Ei wir tun dir nichts zu Leide, Flieg nur aus in Wald und Heide! Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!
Summ, summ, summ, Bienchen summ herum! Such in Blumen, such in Blümchen!
Dir ein Tröpfchen, dir ein Krümchen. Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!
Summ, summ, summ, Bienchen summ herum! Kehre heim mit reicher Habe, Bau uns manche volle Wabe, Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!
Summ, summ, summ, Bienchen summ herum! Bei den heil'gen Christgeschenken Wollen wir auch dein gedenken. Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum! Wenn wir mit dem Wachsstock suchen Pfeffernüss' und Honigkuchen. Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!
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Vor Jahren einst im Alten Land
Vor Jahren einst im Alten Land, Durch seine Früchte wohlbekannt, Begann ein arges Streiten: Da kommen stets die Imker her In unsrer Bäume Blütenmeer. Wir wollens nimmer leiden !
Sie schleppen uns den Honig fort. Nun reden wir ein ernstes Wort: Sie sollen ihn bezahlen ! Von unsern Blüten stammt er ja. Und dann sind auch die Stiche da Mit ihren Teufelsqualen !
Beschlossen wars zu dieser Stund. Man machte es den Imkern kund. Da blieben sie zu Hause. Sie sagtens - und es blieb dabei. Sie machten mit der Wanderei Für Jahre eine Pause.
Der Obstbaum stand und trauerte Und jede Blüte lauerte Umsonst auf eine Biene. Und jeden Herbst im Alten Land Der Bauer vor den Bäumen stand Mit kummervoller Miene.
Denn mit dem Segen wars vorbei, Nun sah man wie verkehrt es sei, Den Imker zu vergrämen. Und wer dereinst mit Spott und Hohn Vom Imker heischte Geldeslohn, Begann sich tief zu schämen.
Und allesamt begriffen sie, Es sei des Imkers große Müh Zu aller Nutz und Frommen. Drum baten sie nun umgekehrt, Um Gotteslohn und Geldeswert, Er möge wiederkommen.
Nun sieht man, wie es einstens war, Zur Blütenzeit in jedem Jahr Ein großes Bienenwandern. Und jedem ist im Alten Land Des Imkers Leistung wohl bekannt Zum Segen für die andern.
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Oase des Friedens
Wenn ich zu meinem Stande geh Und tausend Bienen um mich seh Und hör das altvertraute Summen, Dann müssen Leid und Gram verstummen.
Dann denk ich nicht an Gut und Geld, Nicht an den Hader in der Welt, Nicht an den Lärm auf allen Gassen, Nicht an der Feinde grimmes Hassen,
Noch an der Freunde Neid und Spott; Dann dank ich still nur meinem Gott, Daß er im Tollhaus dieser Erden Dies Heim des Friedens mir lies werden.
Kehr ich vom Bienenstand zurück, Ist aufgehellt der trübe Blick. Denn, was mir grau und schwer erschienen, Das gab ich meinen lieben Bienen.
Die trugens in die Luft hinaus, Gleich allem Schmutz aus ihrem Haus, Und was sie mir dafür gegeben, Ist neue Kraft zu frohem Leben.
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An die Bienen
Bienen! Immen! Sumseriche! Wer sich je mit euch vergliche, der verdient, daß man ihn töte! Daß zumindest er erröte! Denn, wie ihr in Tal und Berg schafft ohne Zutun der Gewerkschaft,
ohne daß man euch bezahle, ohne Streik und Lohnspirale, täglich, stündlich drauf bedacht, daß ihr für uns Honig macht, ihr seid's wert, daß man euch ehre! Wobei vorzuschlagen wäre -
ob nun alt ihr, ob Novizen - euch von heute ab zu siezen! Unser Dank, unser Applaus säh in etwa dann so aus: "Sehr geehrte Honigbienen! Wir Verbraucher danken Ihnen!"
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Das Gänseblümchen
Ein Gänseblümchen liebte sehr ein zweites gegenüber, drum rief's: "Ich schicke mit 'nem Gruß
dir eine Biene 'rüber !" Da rief das andere: "Du weißt, ich liebe dich nicht minder, doch mit der Biene, das laß sein, sonst kriegen wir noch Kinder !"
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DIE BIENEN
Unirdisch glüht das Rot der Bohnenblüte. Die Luft erbebt. Das ist der Bienenton. Vorm Gartenzaun, von gelber Weizenflur, Glänzt auch ein Rotes her. Das ist der Mohn, Der heitre Unnütz in dem ernsten Brot.
Die Sonnenblume wacht am Gartentor, Gesträubten Haars, und goldgeschmückt, ein Mohr. Die Sonne sinkt. Da quillts wie Blut empor. Und immer mehr. Das ist das Abendrot. Die Bienen holen Honig wie zuvor.
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Die Blumen und die Bienen
Das Blümchen stand in lebenslanger Einsamkeit auf einem Anger. Das Blümchen, es war eine Nelke, das dachte, eh ich hier verwelke, möcht ich´s gern mit dem Bienchen treiben!
Ich will doch keine Jungfrau bleiben! Es seufzt ganz leise, wie es scheint. Es hätt sich so gern mit dem Bienchen vereint!
Da kommt eins geflogen mit viel Gesumm. Das Blümchen will rufen, doch Blumen sind stumm. Es öffnet ganz weit seine Blütenpracht, da hat sich´s Bienchen auf den Weg gemacht,
setzt sich ganz zart und summt voller Lust, dem Blümchen, dem springt fast das Herz in der Brust! Dann stöhnt leis das Blümchen in sich hinein, denn das Bienchen tut ihr grad den Blütenstaub rein!
Das Blümchen, es strahlt, die Liebe ist schön, das Bienchen, das ward nie wieder gesehn! Dem Blümchen aber, dem ist es egal, vorbei ist nun alle Liebesqual.
Es steht wieder ganz allein auf dem Anger und strahlt jetzt, endlich ist es schwanger! Es wird zwar in ein paar Tagen verwelken, doch dafür gibt´s bald zwanzig neue Nelken!
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An die Bienen
Wollt ihr wissen, holde Bienen, Die ihr süße Beute liebt, Wo es mehr, als hier im Grünen, Honigreiche Blumen gibt? Statt die tausend auszunippen, Die euch Florens Milde beut,
Saugt aus Amaryllis' Lippen Aller tausend Süßigkeit.
Florens schöne Kinder röthet Nur der Frühlingssonne Licht; Amaryllis' Blumen tödtet Auch der strenge Winter nicht. Kurze Labung nur gewähret, Was die Tochter Florens beut;
Aber kein Genuß verzehret Amaryllis' Süßigkeit.
Eins, nur Eins sei Euch geklaget! Eh' ihr auf dies Purpurroth Eure seidnen Flügel waget, Hört, ihr Lieben, was euch droht! Ach, ein heißer Kuß hat neulich Die Gefahr mir kund gemacht.
Nehmt die Flügel, warn' ich treulich, Ja vor dieser Glut in Acht!
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